Herzlich willkommen zur Vorstellung meiner kleinen "Zuchtprojekte" 2011/12!

American Saddle Homers
(schildige Brieftauben aus den USA)

(original Fotos aus den USA: schildig-braun-dkl.gehämmert u.-anthrazitbindig)
In 2009 erhielt ich die ersten schildigen Brieftauben, die ihren Ursprung in den USA hatten.
Schildige Brieftauben? Das hört sich noch recht unspektakulär an.
Doch diese Tiere besitzen ihre schildige Zeichnung auf der genetischen Grundlage des Erbfaktors
"Dominant Opal" und sind zusätzlich auf weiße Binden oder Hämmerung selektiert!

(0.1 weißbindig)
Der Erbfaktor dominant Opal ist nicht unbekannt.
Man kennt ihn schon von verschiedenen Taubenrassen,
wo er u.a. auch bei Show Racern u. Standardbrieftauben vorkommt.

(Show Racer u. Standardbrieftaube, beide dominant Opal gehämmert)
Schon vor etwa 12 Jahren übertrug ich diesen interessanten Faktor von der Standardbrieftaube
auf den Reisetaubentyp.

(1.0 dom.opal-geh. aus 01 u. .0.1 dom.opal-dkl.geh aus 03)
Diese Tiere fanden sehr schnell ihre Verbreitung unter meinen Zuchtfreunden
und den Liebhabern von farbigen Brieftauben.
Hier fallen unter den versch. Varianten auch schon einige recht rosa- u. weißgezeichnete Tiere.

Bei den amerikanischen Saddles wurde diese weiße, gezeichnete Variante auf die schildige Schcckung
selektiert, was einen sehr ansprechenden Farbkontrast erzeugt.

(0.1 schwarzschildige Standardbrieft. u. 1.0 weißbindiger Saddle)
Ich verpaarte 3 dieser weißbindigen, schildigen Tiere mit unterschiedlichen Partnern
Wobei 2 Paarungen bewusst mit Standardbrieftauben vorgenommen wurden, da die Ausgangstiere
doch noch einige figürliche Defizite, was Körperbau und Kopfform anbelangte, aufwiesen!
Die Jungtiere aus den Standardtaubenverpaarungen sehen sehr vielversprechend aus.
Es gab nicht nur Nachzucht, die dominant Opal trug, sondern auch Schildige
in Blau-bindig, Schwarz, Blau-dkl.-gehämmert und auch "nur" Schecken!

(Jungtiere in 2010)

(Eine vielversprechende 0.1 mischerb. für Binden, mit schon recht weißer Hämmerung!)

(1.0 Bindig, mischerb. rez.Rot = daher diese Bindenfarbe! mit Schmutzfaktor Sooty (= genoppt)
(Diesen Täuber wählte ich aus, da er mir in einer Verpaarung mit einer nicht schildigen,
dkl.-gehämmerten 0.1 schon fast schildige Tiere gebracht hatte!)
Aus der Verpaarung des Täubers (oben) mit einer weißbindigen Saddletäubin erhielt ich u.a.
2 sehr schöne Tiere, wohl mit leicht bronzefarbigen Binden, doch sind sie sichere Träger für dom.Opal.

(0.1 schildig-dkl.geh.-dom.opal, 0.1 schildig-bindig-dom.Opal, 0.1- schildig-dkl.geh.-dom.opal u. 0.1 schildig-schwarz-dom.opal)
Diese Nachzucht zeigt schon eine gefällige Schnabellänge und einen festen Körperbau,
woran es bei den Ausgangstieren noch fehlte.
Aus diesen Jungtieren wird weitergezüchtet
und mit Geduld u. Fingerspitzengefühl bei der Verpaarung,
kann es 2011 sicher schon wieder ansprechende Nachzucht geben!

(2 x 0.1 dominant-opal-schildig, Fotos: USA)

Zuchtverlauf 2011
Leider taten sich in der Zucht 2011 zwei Probleme auf:
Zum einen entpuppten sich zwei sicher geglaubte späte Jungtäuber als Weibchen
und ersatzweise an entsprechend gutes Zuchtmaterial aus Reisetaubenbeständen zu gelangen,
erwies sich als äußert schwierig!
Nach Suchanzeigen, vielen Telefonaten, Mails und Gesprächen bekam ich drei Täuber.
Zwei nur blaugescheckte, wovon einer zusätzlichen noch den "Schmutzfaktor" Sooty (Genoppt) trug

(Blauscheck 2009 u. Blaugescheckt- Sooty 2010 aus der Linie van Dyck)
und einen schon sehr sauber gezeichneten Blauschildigen.

(Blauschildig 2008)
Diese wurden dann mit opal-schildigen Weibchen (auf unterschiedlichen Zeichnungsmustern) verpaart.
Mir war bewusst, dass durch die Einkreuzung von Schecken auch "unsauber" gezeichnete Nachzucht anfallen würde.
Da aber kein entsprechendes Zuchtmaterial greifbar war, musste ich halt so verfahren.
-------------------------------------------------
Wie erwartet bekam ich Nachzucht in vielen verschiedenen Varianten,
von sauber Schildig gezeichnet, bis hin zu Tieren mit sehr dunklen Scheckungsmustern.
Natürlich auch viele die kein dom.Opal trugen.

( 0.1 blauschildig von rechts und von links)

(1.0 schwarz u. 0.1 dkl. geh. schildig und 1.0 schwarzschildig)

(1.1 Blauschecken)

(1.0 dom.opal dkl.geh.aus Standardtaubenverpaarung)
Bei den Verpaarungen, wo auch Standardtaubenblut mit eingeflossen war, ergab es sich,
dass einige Nachzuchttiere wesentlich zu "großrahmig" wurden
und ich diese deshalb, trotz sauberer Zeichnung und des Vorhandenseins von dom.Opal,
nicht zur weiteren Zucht zurückbehalten habe.

(dom.opal auf dkl. gehämmert)
In der Nachzucht sind auch einige sehr ansprechende Tiere,
die sich für die weitere Zucht anbieten.


Der Brieftaubentyp u. -standard hat sich schon wesentlich verbessert.
So kann ich jetzt auch schon den Schwerpunkt gezielt auf eine saubere Zeichnung
in Verbindung mit dom.Opal legen.
Diese soll sich nur auf das Flügelschild begrenzen und nicht auf andere Bereiche des Körpers,
wie Hals, Kopf, Schwingen, Schwanz und den "Hosen" ausbreitet.
---------------------------------------------
Durch weitere völlig blutsfremde Tiere versuche ich gleichzeitig zur sauberen Zeichnungsanlage
noch weitere Farbschläge und Zeichnungsmuster einzubringen, um noch andere Faktorenkombinationen auszutesten.
(1.0 Reisebrieftauber NL 2011 und 0.1braunfahlschildig 2011)

(mischerbig andalusierblau Belg. 2009 und dom.opal bindig DV 2010)

![]()
"ECRU"
...ist ein noch sehr junger Erbfaktor, der in den USA bei Brieftauben entdeckt wurde.
Im Frühjahr diesen Jahres hat das erste Tier mit diesem Faktor über Spanien auch Deutschland erreicht.
Über in- u. ausländische Züchterkontakte war es mir möglich,
ein spätjunges gehämmertes Weibchen in Ecru zu bekommen.

0.1 ecru-gehämmert ESP- 2010
Noch existieren unterschiedliche Bezeichnungen dieses Faktors wie
"Lemon", "extrem Diluted" oder auch "Yellow".
Vererbt wird Ecru rezessiv geschlechtsgebunden.
In Reinerbigkeit verändert er die schwarze Grundfarbe, wie unten als Beispiel zu sehen,

von Blaugehämmert (links) in eine extrem aufgehellte gehämmerte Farbvariante (rechts).
Ecru hat genetisch nichts mit den ähnlich aussehenden verdünntfarbenen
dom.Roten oder Braunen (Gelb oder Khaki) zu tun und ist als völlig eigenständig anzusehen.
In diesem Jahr verpaarte ich dieses Weibchen mit einem einfarbigen schwarzen Täuber,
um einen aus dieser Paarung resultierenden schwarzen Jungtäuber in 2012 wieder an seine Mutter zurückzupaaren.
Aus dieser Verpaarung erhoffe ich mir mehrere Jungtiere in einfarbig- und gezeichnet-Ecru in beiden Geschlechtern,
um die Zuchtbasis auf breitere Füße stellen zu können.
Natürlich sind für spätere Jahre auch Kombinationen mit anderen Erbfaktoren vorgesehen.
Der Kreativität des Züchters sind da keine Grenzen gesetzt!
