Brieftauben mit seltenen Farben
  • Farbige Brieftauben vom Niederrhein

rezessiv Rot

 

...und rez.Gelb

 

Neben dem dominant Rot, was zu den Grundfarben der Brieftauben gehört, ist auch das rezessiv Rot (Tümmler Rot) bei den Brieftauben stark verbreitet.

Laut Literatur hat ein belgischer Züchter, namens Karel Meulemans, vor vielen Jahren die ersten rezessiv roten Jungtiere aus Kreuzungen verschiedener Linien von Leistungsbrieftauben erhalten.

Aus den Nachkommen folgten Tiere mit guten Reiseleistungen und auch immer mal wieder rezessiv rote Tiere, die durch ihre Farbe auffielen.

 Diese rezessiv roten Tiere wurden zu einem Pseudonym für "Braune Meulemänner" und deren reiner Zuchtlinie, die in NL sehr beliebt sind und dort auch als "Choco" bezeichnet werden.

           

In Kombination mit dem Weißschildfaktor, der sich aber nicht mehr nur auf das Flügelschild begrenzt, sind sie am häufigsten anzutreffen.

Man könnte Brieftauben, wie auch bei weißschildige Rassetauben, auf ein sauberes, weißes Schild selektieren, doch sind bei den Brieftaubenzüchtern alle Varianten gleichermaßen beliebt.

Wie schon die Bezeichnung rezessiv Rot sagt, wird es rezessiv (verdeckt), nicht geschlechtsgebunden vererbt.

Verpaart man ein rez. rotes Tier, egal ob 0.1 oder 1.0, mit z.B. einem blaubindigen Partner, sind alle Nachkommen mischerbig für das rez.Rot, aber nicht rez. rot gefärbt! Sie tragen dann die Farben u. Zeichnungsanlagen, die durch die Reinerbigkeit von rez.Rot  überdeckt wurde.

So bekommt man auch aus der Verpaarung zweier mischerbiger Partner wiederum rez. rote Nachkommen.

Beispiele:

rez.Rot x rez.Rot vererben rein in rez.Rot, mit und ohne Weißschildfaktor

rez.Rot x mischerbig rez.Rot ergeben 50% rez. rote u. 50% andersfarbige Nachzucht, die mischerbig ist für rez.Rot

mischerbig rez.Rot x mischerbig rez.Rot bringen 25% reinerbige, also rez. rote Tiere, 50% andersfarbige, die mischerbig sind für rez.Rot u. 25% andersfarbige, ohne Mischerbigkeit, die für die Zucht von rez.Roten dann nicht zu gebrauchen wären.

Eine Mischerbigkeit ist den Nachkommen meist nicht anzusehen u. daher nicht sicher zu bestimmen.

Ein kleiner Anhaltspunkt ist kurz nach dem Schlupf der Schnabelring, der bei den reinerbigen u. mischerbigen Küken nicht dunkel, wie bei vielen anderen Farbschlägen, sondern eher braunrot gefärbt ist, was aber nach einem Tag wieder verschwindet.

Einige Erbfaktoren werden von rez.Rot nicht überdeckt und zeigen sich weiterhin oder verändern das Erscheinungsbild.

Dazu gehören u.a. auch der Weißschildfaktor und auch der Tigerfaktor, die nicht immer klar zu unterscheiden sind.

 

 Beginnender Weißschildfaktor mit der Mauser

 

                    Rez. gelbe Tigertäubin

 

Der Verdünnungsfaktor für Farbe lässt das rez.Rot zu einem ansprechenden rez.Gelb werden.

 

 

rez.Gelb und rez.Rot mit Weißschildfaktor im Jugendgefieder

 

rez.gelbes Paar ohne Weißschildfaktor

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Ähnlich wie der Verdünnungsfaktor "Dilution", verdünnt auch der Faktor "Pale", der die Farbe aber nicht so stark herabsetzt und eher eine goldgelbe Färbung bringt.

 

Eine weitere, für mich schöne Variante, war die Kombination von rezessiv Rot mit dem wohl nicht mehr existierenden Erbfaktor "PASTELL".

In Verbindung mit Pastell, was den gleichen Erbgang besaß wie rez.Rot, wurde ein ansprechender, pastellfarbener Grundton erzeugt.

 

 

Kreuzungstier Pastell auf rezessiv Rot